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Neuer Mechanismus für CEBPA vermittelte Krebsentstehung

Mutationen im Transkriptionsfaktor CEBPA sind an der Entstehung von Leukämie beteiligt und können ihre Entwicklung stark vorantreiben. Die PhD-Studentin Luisa Schmidt im Labor von Florian Grebien beschäftigt sich mit der Rolle dieses Gens bei der Entstehung von Blutkrebs und konnte einen Mechanismus nachweisen, der das Wachstum der Krebszellen bei AML unterbindet. "Das in CEBPA kodierte Protein  entsteht in zwei Varianten", erklärt Schmidt. Während aber die längere Variante die Reifung von Blutzellen vorantreibt, sorgt ein Überschuss der kürzeren Variante dafür, dass Zellen unreif bleiben. Diese können sich immer wieder teilen – was im schlimmsten Fall zur Entstehung von Blutkrebs führen kann. Die kürzere Form hat eine Vorliebe für den Proteinkomplex MLL, der die Aktivität von Genen regulieren kann. „MLL kann am falschen Platz im Erbgut das Kommando geben, dass sich die unreifen Zellen immer weiter teilen sollen, sodass Krebs entsteht“, erklärt die Molekularbiologin. 

Schmidt hat nun mit Hilfe der CRISPR/Cas9-Technologie Änderungen im Erbgut von leukämischen Zellen vorgenommen und die angebundenen MLL-Komplexe gezielt zerstört. „Die Blutkrebszellen, in denen das CEBPA-Gen nur die Kurzform der Proteine hervorbringt, fangen dennoch an zu reifen und sterben ab.“ In einem therapeutischen Ansatz könnte der von Schmidt belegte Mechanismus durch einen speziellen Inhibitor genutzt werden, ein Molekül, das MLL hindert, die verhängnisvollen Bindungen einzugehen. 

Mag. Schmidt forscht seit 2014 an ihrem PhD-Projekt und wird seit 2016 im Rahmen eines DOC-Stipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) finanziert. Der Erfolg ihrer Forschung wird von einer Reihe einschlägiger Auszeichnungen und Einladungen zu Vorträgen unterstrichen. Zuletzt wurde über ihre Arbeit in der Tageszeitung "Der Standard" in der Reihe "Geistesblitz" berichtet.